Gallery Vinogradov, Chodowieckistr. 25

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23.10-21.11.2015
Igor Fasko
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                      Igor Fasko





Leuchtendes  Labyrinth
Igor Faško
Öffnungszeiten:
Mi-Fr 14-19 Uhr
Sa 11-15 Uhr
und nach Vereinbarung:
+493086430410

„Alles ist erleuchtet im Licht der Vergangenheit. Sie ist immer an unserer Seite und schaut hinaus“, heißt es bei Safran Foer; die Vergangenheit schaut hinaus in die Zukunft. Ähnlich scheinen Igor Faškos Bilder und Plastiken, die im Grunde oft Formen der Vergangenheit aufnehmen, in die Zukunft. Er verwendet freundliche Totems, archaische Symbole für Glück und Unglück, Leben und Tod – wie sie die Menschen vor Urzeiten erfunden haben, um das Unerträgliche ertragen zu können – die unvorstellbare Unendlichkeit des Weltalls, das unermessliche Glück und Unglück, das Unerklärbare  – alles, was uns scheinbar als Schicksal gegenübersteht, was wir aber doch beeinflussen können, indem wir uns menschlich verhalten. Menschen haben dies nicht immer getan – ein Holocaustdenkmal hat Igor Faško auch geschaffen. Igor Faško ist ausgebildeter Architektur-Designer – das ist per Definition ein optimistischer Beruf. Man baut für die Zukunft, für eine kleine oder eine große Ewigkeit. Bauen heißt: Stein auf Stein setzen, die Mauern mit einem Dach versehen, das Schutz bietet vor Wind und Wetter. Architektur und bildende Kunst ergänzen sich in Igor Faškos Werk. Er nutzt architektonische, geometrische Bausteine, um seine Botschaft zu vermitteln. Seine Arbeiten vereinen Konstruktion und Dekonstruktion. Sie beziehen sich auf Konstruktivismus, Kubismus, Futurismus, teilweise auf Konkrete Kunst – Stilrichtungen, die auch von einer kühlen, technischen Faszination lebten. Igor Faško greift dies auf, gibt aber diesen Ismen Wärme und Geborgenheit zurück. Eine Geborgenheit, auf die das Bauen auch aus sein sollte, eine Geborgenheit, die eine Mitte hat und die einen Rhythmus aufnimmt, der oft von der Rockmusik inspiriert ist, aber auch so etwas wie ein Lebensrhythmus ist. Dies ist umso bemerkenswerter, als es weder für einen Slowaken noch für einen Deutschen in den vergangenen Jahren so leicht war, diesen Lebensrhythmus zu finden. Davon zeugt diese Wanderung zwischen den Welten, die Igor Faško seit dem Ende seines Studiums Anfang der 90er Jahre vollzieht – zwischen Deutschland und der Slowakei, zwischen Riesengebirge und sächsischen Ebenen. Es fließt und pulsiert in seinen Mandala-ähnlichen Bildern. Die kleinen Plastiken scheinen den Bildern entstiegen, sind Teile, die ihr Ganzes suchen. Formen und Farben wiegen sich manchmal wie in einem Klangteppich, bilden Muster wie auf einem Umhang südamerikanischer Indianer, slowakischer Bauern, asiatischer Mönche, die dem Himmel und  der Hölle fast gleich nah sind, Muster, wie auf einem bunten Teppich, mit dem man fliegen kann aus den slowakischen Bergen in die Welt – in der alles erleuchtet ist. Wir sehen es nur  nicht immer. Mit Igor Faškos Werken kann man dieses Sehen lernen.

Text: Matthias Zwarg





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